Heimische Kräuter und Heilpflanzen unterstützen beim Fasten

Alexandra Wizemann

Geschichte des Fastens

Schon vor vielen Tausenden von Jahren fasteten Menschen und wussten um die positive Wirkung des vorübergehenden Nahrungsverzichtes. Fasten hat sowohl in der Religion als auch in der Medizin eine lange Tradition.

Fasten spielt in allen Weltreligionen eine bedeutende Rolle und galt als ein Mittel der Läuterung und Konzentration auf geistige Dinge. Über frühe Mönche wurde berichtet, dass sie enorme Fastenleistungen erbrachten und versuchten, sich im Nahrungsverzicht und der Zurückgezogenheit gegenseitig zu übertreffen. Seitdem heiligen Benedikt von Nursia (480-547) gab es die ersten Fastenregeln, die die eigentliche Fastenzeit vor Ostern, das ganze Jahr über in regelmäßige Fastentage einteilte. An diesen Fastentagen gab es nur am frühen Abend eine Mahlzeit. Fasten bedeutete vor allem, Maß zu halten und auf Fleisch sowie Wein zu verzichten.

Da Mönche im Mittelalter nicht nur Seelsorger, sondern auch Ärzte waren, wurde Fasten in der Klostermedizin auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. So hatte schon der bekannte griechische Arzt Hippokrates (460-370 vor Chr.) bei Erkrankungen eine knappe Nahrungszufuhr empfohlen. Richtig populär wurde das Heilfasten im 20. Jahrhundert mit Dr. Otto Buchinger (1875-1966) und Dr. Franz Xaver Mayer (1875-1965), deren Fastenkuren das Ziel haben, den gesamten Organismus zu entgiften und zu reinigen.


Verschiedene Fastenkuren kurz erklärt

F.X.-Mayer-Therapie

Diese Kur wird auch Milch-Semmel-Kur genannt und wurde von dem österreichischen Kurarzt Franz-Xaver Mayer erfunden. Das ganzheitliche Gesundheitsprogramm kann man zwischen zwei bis vier Wochen – am besten unter ärztlicher Aufsicht – machen. Es beinhaltet Teefasten, die Milch-Semmel-Diät und weitere Schonkost. Durch die gründliche Darmsäuberung und -sanierung soll das seelische und körperliche Wohlbefinden verbessert werden. Mayr hatte die Idee, chronische Verdauungsschäden machen krank und lassen uns vorzeitig altern. Bis heute stehen die Themen Entsäuerung und Umstimmung des gesamten Organismus in den Mayr-Kliniken ganz weit oben. Zur Gewichtsreduktion ist die Diät weniger gedacht. Mayr entwickelte neben der Idee der Verbindung von Gesundheit und Verdauung zudem eine Diagnostik der Gesundheit. Die Säulen der Mayr-Methode sind die vier S: Schonung, Säuberung, Schulung und Substitution.


Körnerfasten

Das Körnerfasten dauert eine Woche und zielt vor allem auf eine Verdauungsumstellung ab. Der Blutzuckerspiegel wird konstant gehalten und der Heißhunger verschwindet, da man nur rund 900 kcal täglich zu sich nimmt. Bei ausreichender Bewegung kann man bis zu einem kg Körperfett verlieren. Ein absolutes Muss ist – wie bei jedem Fasten – täglich drei Liter Wasser zu trinken.


Saftfasten

Eine Variante des Heilfastens ist das Saftfasten, allerdings in abgemilderter Form. Neben Wasser und ungesüßtem Tee darf man mehrmals täglich ein Glas Obst- oder Gemüsesaft trinken. Damit wird der Vitamin- und Mineralstoffspiegel konstant gehalten. Diese Kur kann den Organismus entlasten und das natürliche basische Gleichgewicht des Körpers wiederherstellen. Aber in erster Linie bietet diese Kur die Chance zur Einkehr, Achtsamkeit und zum Überdenken der Ernährung Gewohnheiten. Während der Kur sollte man sich bewegen, allerdings kein Hochleistungssport.


Molkefasten

Eine Variante des Saft-, Tee- oder Gemüsebrühe Fastens ist das Molkefasten. Hier darf man zusätzlich einen Liter Molke täglich trinken. Damit können Mangelerscheinungen und Muskelabbau vermieden werden. Milchsäure und Milchzucker fördern die Verdauung und die Entwässerung des Körpers. Ein positiver Effekt ist, dass die Molke auf die Stoffwechselfunktion stark entgiftend wirkt. Außerdem lassen sich aus Molke, Früchten und Kräutern leckere Smoothies zaubern.


Schrothkur

Der Fuhrmann Johann Schroth (1798-1856) lernte nach einer Knieverletzung durch einen Huftritt die heilende Wirkung feuchter Umschläge zu schätzen. Er beobachtete, dass kranke Tiere keine Nahrung zu sich nehmen, sondern nur trinken. Daraus entwickelte er die nach ihm benannte Schrothkur mit Trocken- und Trinktagen sowie einer vegetarischen, fettarmen Diät und Kurpackungen. In erster Linie gibt es Reis-, Grieß- oder Haferbrei, gekochtes Obst und Gemüse, frische Säfte und „Kurgebäck“. Highlight war – zumindest früher – dass es Wachholderschnaps und Kurwein gab. Das Ziel der Schrothkur ist, dass der Körper entgiftet, Krankheiten gelindert oder vermieden werden sollen.


Folgende heimische Kräuter und Heilpflanzen unterstützen beim Fasten

Je nachdem, welcher Effekt erzielt werden soll, kommen verschiedene Kräuter zur Anwendung. Einige Wildkräuter enthalten Mineralien und bioaktive Pflanzenstoffe. Das ist ein Grund warum sie aromatischer und würziger schmecken als Anbauprodukte. Gänseblümchen, Löwenzahn und Schafgarbe enthalten viele Bitterstoffe, die die Verdauung fördert, die Leber unterstützt und für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt sorgt.


Eine kleine Auswahl

Birkenblätter

Birkenblättertee eignet sich aufgrund seiner harntreibenden Wirkung sowohl in der Fastenzeit als auch für eine Entschlackungskur.

Tee: 4 EL getrocknete Birkenblätter mit zwei Litern 80 Grad heißem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Über den Tag verteilt zwei Liter Birkentee trinken. Nicht länger als eine Woche lang anwenden.


Brennnessel

Brennnesseln regen den Stoffwechsel an und unterstützen den Körper beim Entschlacken.

Tee: 3 EL getrocknete Brennnesselblätter mit einem Liter heißem Wasser aufbrühen und 10 Minuten ziehen lassen. Über den Tag 3 bis 4 Tassen warmen Tee trinken. Nicht länger als eine Woche lang anwenden.

Eine Tee-Mischung aus Brennnesseln, Birkenblättern und Schachtelhalm kurbelt nicht nur den Stoffwechsel an, sondern entschlackt auch das Gewebe. Wichtig: Weil der Tee wassertreibend ist, muss für genügend Flüssigkeit gesorgt werden. Also: Mindestens zwei Liter Wasser zusätzlich trinken!


Gänseblümchen

Das kleine Multitalent hat eine harntreibende und eine stoffwechselanregende Wirkung. Dafür sind die Inhaltsstoffe der Heilpflanze des Jahres 2017 Saponine, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe, Mineralstoffe, Vitamin C und ätherische Öle verantwortlich. Die Blütenköpfe und die Blätter können, zum Beispiel im Salat, verwendet werden


Giersch

Die jungen hellgrünen Blätter erinnern vom Geruch und Geschmack an Spinat und ein wenig an Petersilie und können zu Salaten, Suppen, Aufstrichen, Aufläufen und Gemüse gemischt werden. Diese Heilpflanze schmeckt aber nicht nur gut, sondern sie wirkt blutreinigend, entgiftend, entwässernd sowie leicht abführend.


Leinsamen

Lein, auch Flachs genannt, gilt als Super-Food. Die heimischen Leinsamen sind den teuren Chia-Samen inhaltlich ähnlich, kosten aber deutlich weniger. Leinsamen bestehen zu 25 Prozent aus Ballaststoffen und sie regulieren den Blutzuckerspiegel und fördern die Verdauung. Da Leinsamen überdosiert zu Problemen führen können, sollte man pro Tag nicht mehr als zwei Esslöffel Leinsamen verzehren.


Löwenzahn

Löwenzahntee kann man als Ersatz für Kaffee oder schwarzen Tee trinken. Löwenzahntee regt den Stoffwechsel von Magen, Darm, Leber, Galle, Blase und Nieren an. Das macht ihn zum idealen Begleiter für eine Fastenkur und hilft beim Abnehmen.

Tee: Für einen Tee benötigt man entweder ein frisches Blatt oder ein bis zwei Teelöffel getrocknete Blätter.


Schafgarbe

Beim Fasten haben viele Menschen das Problem zu frieren, weil die Energiezufuhr durch die Nahrung entfällt. Da kann die Schafgarbe helfen: Sie bringt in der Fastenzeit die Wärme in den Körper. Die Schafgarbe enthält viele Mineralien, reguliert positiv den Basenhaushalt und aktiviert durch die Bitterstoffe den gesamten Stoffwechsel.

Tee: 1 TL getrocknete Schafgarbenblätter mit einem Liter heißem Wasser aufbrühen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Über den Tag einen Liter von dem dünnen, blonden Tee trinken.


Spitzwegerich

Als Heilpflanze wird Spitzwegerich schon seit vielen Jahren verwendet. Wegen ihrer desinfizierenden und reizlindernden Wirkung können zerquetschte Spitzwegerich-Blätter als schnelles Heilmittel unterwegs beim Wandern gegen Insektenstiche oder Blasen angewendet werden. Doch kulinarisch hat die Pflanze einiges zu bieten. Spitzwegerich Blätter können frisch oder getrocknet als Tee verwendet werden. Spitzwegerich Tee regt den Stoffwechsel an und hilft deshalb beim Abnehmen.


Vogelmiere

Die Vogelmiere ist nicht nur ein hartnäckiges Kraut, was so manchen Gärtner zur Verzweiflung treibt, sondern schmeckt besonders lecker und nicht nur während einer Heilfasten-Kur. Vogelmiere kann roh wie Salat oder gekocht wie Spinat gegessen werden. Nicht in der Schwangerschaft anwenden!


Quellen:

Zeitschriften: Landliebe Fasten & Entschlacken

www.herbathek.com/blog/birkenblaetter-tee-so-kannst-du-dir-die-kraft-der-birke-zu-nutze-machen/

www.heilpflanze.org/brennnessel-gut-fuers-fasten/

Kräuterpfarrers Ratschläge - Kräuterpfarrer Benedikt Online Shop (kraeuterpfarrer.at)

Löwenzahntee macht munter, hilft beim Abnehmen und ist ein optimaler Fastenbegleiter (smarticular.net)

www.kraeuterweisheiten.de/fasten-koerper-und-seele-reinigen.html

www.heilfastenkur.de/pflanze-270-Spitzwegerich.htm

wiki.yoga-vidya.de/Spitzwegerich

von Alexandra Abredat 6. April 2026
Ostermontag ist wie ein Sonntag, der so tut, als wäre nichts Besonderes – und genau darin ist er erstaunlich gut. Man steht auf, der Tag wirkt harmlos, fast beiläufig. Kein großes Programm, kein gesellschaftlicher Druck. Und gerade deshalb passiert etwas, das an lauteren Tagen oft untergeht: Gedanken bekommen Raum. Ostermontag gehört liturgisch zu den höchsten Festtagen der Osteroktav, kein Nachklang, sondern ein zweiter Blick auf das, was vorher kaum zu fassen war. Im Evangelium gehen zwei Jünger nach Emmaus. Nicht zielstrebig, nicht hoffnungsvoll. Eher weg von dem, was sie nicht verstehen. Ein Fremder schließt sich ihnen an, hört zu, stellt Fragen, erklärt. Sie erkennen ihn nicht. Erst beim Brotbrechen begreifen sie, wen sie die ganze Zeit begleitet hat. Und in genau diesem Moment ist er verschwunden. Erkenntnis hat selten einen dramatischen Auftritt. Sie kommt leise und oft erst dann, wenn man nicht mehr damit rechnet. Vielleicht ist genau deshalb der Emmausgang geblieben. Kein Pflichttermin, sondern ein Weg, auf dem sich Gedanken sortieren dürfen. Mein eigener Weg begann zwei Tage vorher – zwischen Holzoberflächen, die so präzise gearbeitet sind, dass man unwillkürlich langsamer wird, und Räumen, die zeigen, wie durchdacht Wohnen sein kann. Der Besuch bei TEAM 7 in Ried war beeindruckend. Möbel, die nicht nur gut aussehen, sondern aus einem klaren Anspruch heraus entstehen: nachhaltige Materialien, ehrliches Handwerk, technische Lösungen, die nicht protzen, sondern funktionieren. Auch das Gebäude folgt dieser Haltung. Reduziert auf das Wesentliche, ressourcenschonend gedacht, ohne überflüssige Technik. Kein Showeffekt, sondern Konsequenz. Man spürt dort sehr deutlich, dass hochwertiges Design und echte Nachhaltigkeit sich nicht ausschließen, sondern gegenseitig tragen. Und ja, diese Möbel sind ihren Preis wert. Nur ist dieser Preis für mich nicht erreichbar. Der Gedanke kam nüchtern. Kein Neid, kein Ärger, eher ein inneres Abhaken: beeindruckend, absolut stimmig – und außerhalb meiner Reichweite. Und dann stand sie plötzlich im Raum, diese leise, unangenehme Frage: Habe ich in meinem Leben etwas falsch gemacht, oder vergleiche ich einfach nur falsch? 
von Alexandra Abredat 4. April 2026
Es beginnt nicht mit Glocken. Nicht mit Schokolade. Nicht einmal mit dem Osterhasen, der sich seit Jahren erfolgreich jeder ernsthaften Befragung entzieht. Es beginnt viel früher. Irgendwo zwischen einem zaghaften Sonnenstrahl und dem ersten Vogel, der morgens plötzlich wieder klingt, als hätte er einen Plan. Ostern liegt genau in diesem Moment. Offiziell ist es das höchste Fest des Christentums. Gefeiert wird die Auferstehung Jesu Christi am dritten Tag nach seinem Tod am Kreuz. Ein Thema, das zunächst nach schwerem Stoff klingt und dann doch erstaunlich nah wird. Im Kern geht es um etwas sehr Menschliches: Dass nach dunklen Zeiten wieder etwas aufbrechen kann. Dass Entwicklung möglich ist, auch wenn sie sich zwischendurch überhaupt nicht so anfühlt. Der Termin dieses Festes wirkt dabei fast wie ein poetischer Kompromiss zwischen Himmel und Erde. Ostern findet am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond statt. Frühestens am 22. März, spätestens am 25. April. Kein starres Datum, sondern ein beweglicher Moment. Als würde man sagen: Dieses Fest braucht die richtige Stimmung, nicht nur den richtigen Tag. Mit der Nacht zum Ostersonntag beginnt die österliche Freudenzeit, die sich bis Pfingsten zieht. Freude wird hier nicht als kurzer Höhepunkt verstanden, sondern als etwas, das sich entfalten darf. Auch das wirkt erstaunlich lebensnah. In der Osternacht wird es zunächst dunkel. Bewusst. Dann wird ein Feuer entzündet. Kein symbolisches Flämmchen, sondern ein echtes, lebendiges Feuer. Daran wird die Osterkerze entzündet, und dieses Licht wird weitergegeben. Von Mensch zu Mensch. Ohne große Worte. Es funktioniert trotzdem. Parallel dazu läuft die zweite, sehr erfolgreiche Version von Ostern. Eier werden versteckt. Kinder suchen. Erwachsene tun so, als ginge sie das nichts an, und freuen sich dann doch über das letzte Stück Schokolade. Der Osterhase bleibt dabei ein Phänomen, das man besser nicht zu genau hinterfragt. Das Ei selbst ist allerdings alles andere als Zufall. Es ist eines der ältesten Symbole überhaupt. Geschlossen, unscheinbar, und gleichzeitig voller Leben. Wenn man lange genug darüber nachdenkt, wird es fast ein bisschen philosophisch. Wenn man hungrig ist, bleibt es einfach ein Ei. Was oft übersehen wird: Ostern steht nicht für sich allein. Es ist eng mit einem anderen, viel älteren Fest verbunden – dem Pessachfest im Judentum, auch Passa, Passach, Passah oder Pascha genannt. Dieses Fest erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten. An die Befreiung aus der Sklaverei. An den Moment, in dem aus Abhängigkeit plötzlich Freiheit wird. Pessach wird im Frühling gefeiert, im Monat Nisan, und dauert mehrere Tage. Es beginnt mit dem Sederabend, einem bewusst gestalteten Familienfest. Dort wird die Geschichte des Auszugs erzählt, gegessen, gefragt und erklärt. Besonders schön ist, dass die jüngste Person am Tisch Fragen stellt. Nicht aus Höflichkeit, sondern weil Fragen ausdrücklich dazugehören. Diese Erzählung wird nicht nur erinnert, sondern immer wieder neu erlebt. Jeder soll sich fühlen, als wäre er selbst Teil dieser Geschichte gewesen. Nicht Zuschauer, sondern Beteiligter. Das ist keine kleine Idee. Das ist Identität. Auch die Speisen tragen Bedeutung. Ungesäuertes Brot, sogenannte Matzen, erinnert daran, dass beim Aufbruch keine Zeit blieb, Teig gehen zu lassen. Bitterkräuter stehen für die Härte der Sklaverei. Nichts daran ist zufällig. Alles erzählt. Und genau hier berühren sich Pessach und Ostern. Denn die Ereignisse rund um Jesus fanden während einer Pessachwoche statt. Das letzte Abendmahl wird in den Evangelien als Pessachmahl beschrieben. Die Vorstellung vom „Lamm Gottes“ greift das Pessachlamm auf, das ursprünglich als Zeichen des Schutzes und der Rettung galt. Selbst zentrale Elemente der christlichen Tradition – gemeinsames Mahl, Segensbecher, Deutung von Speisen – haben ihre Wurzeln im jüdischen Seder. Man könnte sagen: Ohne Pessach kein Ostern. Beide Feste erzählen auf ihre Weise von Befreiung. Im Judentum ganz konkret aus der Sklaverei in Ägypten, im Christentum in einer übertragenen, spirituellen Form als Hoffnung auf neues Leben. Unterschiedliche Perspektiven, aber eine gemeinsame Grundbewegung. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Stärke dieses Festes. Es verbindet Zeiten, Geschichten und Erfahrungen miteinander. Es erinnert daran, dass Aufbruch selten laut beginnt und dass Hoffnung oft leise wächst. Manchmal genügt es, diesen Moment wahrzunehmen. Der Rest geschieht ohnehin. Quellen: Ostern – Wikipedia Pessach – Wikipedia
von Alexandra Abredat 4. April 2026
Fast jeder hat schon einmal selbstbewusst auf eine Tanne gezeigt – und dabei ziemlich sicher eine Fichte gemeint. Ein Klassiker. Passiert häufiger, als man zugeben möchte. Die echte Weißtanne, Abies alba, bleibt dabei meist im Hintergrund. Völlig zu Unrecht. Sie gehört zu den eindrucksvollsten und zugleich sensibelsten Baumarten Europas – nur eben nicht zu denen, die sich aufdrängen. Ihre Stärke liegt im Leisen. Sie zeigt sich Schicht für Schicht, und nur denjenigen, die bereit sind, ein zweites Mal hinzusehen. Die Weißtanne gehört zur Gattung der Tannen innerhalb der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Ihr Name verweist auf eines ihrer markantesten Merkmale: die helle, oft silbrig-graue Borke. Diese bleibt bei jungen Bäumen lange glatt und wirkt beinahe weich, bevor sie im Alter aufreißt und eine schuppige Struktur entwickelt. In der Rinde finden sich kleine Harzblasen, die nicht nur botanisch interessant sind, sondern auch eine lange Geschichte in der Volksmedizin tragen. Ein unmittelbares Erkennungsmerkmal zeigt sich in den Nadeln. Sie sind flach, weich und stumpf. Eine Berührung ist möglich, ohne Zurückweichen. Die Unterseite trägt zwei deutlich sichtbare, helle Streifen. Diese entstehen durch Reihen von Spaltöffnungen und verleihen der Nadel einen silbrigen Schimmer. Die Nadeln sitzen scheinbar direkt am Zweig, fast so, als wären sie angesetzt oder angesaugt. Dieses Detail wirkt unscheinbar, prägt jedoch den gesamten Charakter des Baumes. Die Weißtanne ist eine ausgesprochene Schattenbaumart. Ihre Keimlinge und Jungpflanzen können über viele Jahre im Halbdunkel des Waldes bestehen. In dieser Phase wächst sie langsam, beinahe zurückhaltend, während sie gleichzeitig ihre innere Struktur festigt. Sobald sich eine Lichtlücke öffnet, reagiert sie mit bemerkenswerter Dynamik. Wachstum entsteht dann nicht hastig, sondern kraftvoll und ausdauernd. Unter günstigen Bedingungen erreicht die Weißtanne Höhen von 30 bis 50 Metern, in Ausnahmefällen sogar darüber hinaus. Ihr Lebensalter kann mehrere Jahrhunderte umfassen. Während dieser langen Zeit verändert sich ihre Gestalt. Junge Bäume zeigen eine klassische, spitze Krone. Mit zunehmendem Alter verliert der Gipfeltrieb an Dominanz, während die Seitenäste weiterwachsen. Es entsteht die sogenannte Storchennestkrone, ein Bild von Reife und Anpassung. Von besonderer Bedeutung ist ihr Wurzelsystem. Die Weißtanne entwickelt eine ausgeprägte Pfahlwurzel, die tief in den Boden reicht. Ergänzt wird sie durch weitreichende Seitenwurzeln, die den Boden zusätzlich erschließen. Diese Kombination verleiht ihr eine außergewöhnliche Standfestigkeit. Gleichzeitig trägt sie zur Stabilisierung des Bodens und zur Verbesserung des Wasserhaushalts im Wald bei. Ihre Wurzeln verbinden sich häufig mit denen benachbarter Bäume und bilden ein unterirdisches Netzwerk, das Austausch und Unterstützung ermöglicht. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über große Teile Europas, vor allem entlang der Gebirgsräume von den Pyrenäen bis zum Balkan. In Österreich findet man sie vor allem in den Alpen sowie in den höheren Lagen des Wald- und Mühlviertels. Sie bevorzugt luftfeuchte Standorte mit ausreichender Wasserversorgung, zeigt jedoch eine gewisse Toleranz gegenüber unterschiedlichen Böden. Eine konstante Wasserversorgung ist für ihr Wachstum wichtiger als hohe Nährstoffverfügbarkeit. Die Weißtanne ist eng in das ökologische Gefüge des Waldes eingebunden. Sie lebt in enger Verbindung mit Pilzen, mit denen sie sogenannte Mykorrhiza-Partnerschaften eingeht. Diese Symbiosen ermöglichen einen verbesserten Austausch von Nährstoffen und Wasser. Gleichzeitig bietet sie Lebensraum für zahlreiche Tierarten, von Insekten bis zu Vögeln. Trotz dieser Bedeutung ist ihr Bestand in den letzten Jahrhunderten deutlich zurückgegangen. Forstwirtschaftliche Entscheidungen, insbesondere die Bevorzugung der Fichte, haben dazu geführt, dass die Weißtanne vielerorts verdrängt wurde. Kahlschläge, Übernutzung und eine veränderte Waldstruktur erschwerten ihre natürliche Verjüngung. Hinzu kommt ein starker Verbiss durch Wildtiere, der junge Pflanzen besonders betrifft. Auch Umweltbelastungen haben ihre Spuren hinterlassen. Die Weißtanne reagiert empfindlich auf Luftschadstoffe, insbesondere auf Schwefeldioxid. In Zeiten hoher Emissionen kam es zu erheblichen Schäden in den Beständen. Erst mit der Verbesserung der Luftqualität konnte sich die Situation teilweise stabilisieren.

3. April 2026
Wenn aus Pflanzen Essenz wird – und aus Gedanken Klarheit Während meines Erasmus-Aufenthalts in Österreich und meiner Arbeit bei Sensoleo im Bereich Destillation und ätherische Öle hat sich nach und nach eine Verbindung gezeigt, die meine Arbeit prägt: die Verbindung von Naturcoaching und der Destillation ätherischer Öle. die Verbindung von Naturcoaching und der Destillation ätherischer Öle. Auf den ersten Blick wirken diese beiden Bereiche unterschiedlich. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, wie nah sie sich sind. Beides sind Prozesse. Beides braucht Zeit, Aufmerksamkeit und einen klaren Rahmen. Beides entzieht sich jeder Beschleunigung. Im Naturcoaching geht es darum, in Kontakt zu kommen – mit sich selbst, mit einem Thema, mit dem, was gerade da ist. Die Natur ist dabei kein Hintergrund, sondern Gegenüber. Sie bringt Ruhe, weitet den Blick und ermöglicht eine Klarheit, die sich in geschlossenen Räumen oft nicht einstellt. Auch die Destillation folgt diesem Prinzip. Der Prozess beginnt nicht erst mit dem ersten Tropfen.
von Alexandra Abredat 3. April 2026
Es ist ein eigenartiger Moment, wenn ein Tag, der sich jahrelang „anders“ angefühlt hat, plötzlich ganz gewöhnlich wird. In Österreich ist der Karfreitag kein gesetzlicher Feiertag mehr. Die Welt läuft weiter, Termine bleiben bestehen, Supermärkte sind geöffnet. Und ich merke: Gerade dadurch wird dieser Tag spürbar. In Deutschland kenne ich ihn als stillen Einschnitt. Ein Tag, der sich fast von selbst entschleunigt. Weniger Lärm, weniger Bewegung, oft auch weniger Ablenkung. Es gibt Regeln, ja – Tanzverbot, eingeschränkte Veranstaltungen – aber dahinter liegt etwas Tieferes: eine kollektive Übereinkunft, dass dieser Tag nicht laut sein soll. In Österreich ist das anders. Hier ist der Karfreitag heute ein „persönlicher Feiertag“. Wer möchte, kann ihn sich frei nehmen – aus dem eigenen Urlaub. Wer arbeitet, arbeitet. Der Tag gehört nicht mehr allen, sondern jedem Einzelnen. Und genau da beginnt für mich die eigentliche Frage: Was passiert mit einem stillen Tag, wenn er nicht mehr geschützt ist?  Der Karfreitag ist kein freundlicher Feiertag. Sein Name kommt vom althochdeutschen „kara“ – Klage, Trauer, Schmerz. Es ist ein Tag, der nicht tröstet, sondern zuerst einmal konfrontiert. Im christlichen Verständnis wird an diesem Tag des Leidens und Sterbens Jesu gedacht. Die Kreuzigung – ein brutales, endgültiges Geschehen.
von Alexandra Abredat 30. März 2026
Der Name Sauwald steht am Anfang dieser Landschaft wie ein leiser Stolperstein. Er klingt schlicht, beinahe grob, als würde er nicht recht zu dem passen, was sich dahinter verbirgt. Schnell ist die volkstümliche Erklärung zur Hand: Wildschweine, die einst durch diese Wälder zogen. Doch der Blick zurück öffnet eine andere Spur. Wahrscheinlicher verweist der Name auf den „Passauer Wald“, auf die enge historische Verbindung zur Stadt Passau und ihrem Bistum. In diesem scheinbar einfachen Wort liegt also bereits eine Schichtung aus Geschichte, Deutung und Erinnerung. Landschaft beginnt hier nicht erst mit dem, was sichtbar ist, sondern mit dem, was benannt wurde.  Im Rahmen meines achtwöchigen Erasmus-Aufenthalts in Österreich entsteht eine besondere Form von Aufmerksamkeit für solche Orte. Der Alltag ist geprägt von körperlicher Arbeit, von Anstrengung, die sich unmittelbar im Körper abbildet. Muskeln, die sich melden, Bewegungen, die bewusster werden, ein Rhythmus, der sich langsam verschiebt. Gerade in dieser körperlichen Erfahrung öffnet sich ein Raum für Wahrnehmung. Der Sauwald tritt darin nicht als spektakuläres Ziel hervor, sondern als etwas, das sich schrittweise erschließt. Eine Landschaft, die nicht überwältigt, sondern begleitet. Geologisch betrachtet gehört der Sauwald zur Böhmischen Masse, einem der ältesten Grundgebirge Europas. Diese uralte Struktur prägt bis heute das Erscheinungsbild. Südlich der Donau erhebt sich das Gebiet als plateauartige Formation und zieht sich über etwa vierzig Kilometer von Passau und Schärding am Inn bis in den Raum Aschach und Eferding. Die Breite variiert zwischen zehn und zwanzig Kilometern, doch diese Zahlen erfassen nur unzureichend, was sich tatsächlich zeigt. Entscheidend ist die Form. Nach Norden hin fällt das Gelände steil zur Donau ab. Die sogenannten Donauleiten markieren diesen Übergang eindrucksvoll. In die anderen Richtungen hingegen verliert sich die Höhe sanfter im Alpenvorland. Diese klare Abgrenzung verleiht dem Sauwald eine Eigenständigkeit, die sich auch ohne Kartenlesen erschließt.
von Alexandra Abredat 29. März 2026
Es beginnt nicht mit Fliesen. Es beginnt mit einer Wahrheit, die man nicht mehr wegerklären kann: Mein Badezimmer war einmal ein Schweinestall. Nicht im übertragenen Sinn. Kein charmantes „ein bisschen in die Jahre gekommen“. Sondern ganz konkret. Mit allem, was dazugehört. Geschichte, Geruch – und einer sehr klaren Vorstellung davon, wofür dieser Raum ursprünglich gedacht war. Spoiler: Wellness gehörte nicht dazu.
von Alexandra Abredat 28. März 2026
Der Morgen liegt noch kühl über dem Inn, als hätte die Nacht ihre Finger nicht ganz von der Landschaft gelöst. Nebel zieht in feinen Schleiern über das Wasser, bleibt hängen an Schilfkanten, an Weidenzweigen, an den stillen Buchten der Altwässer. Während meines achtwöchigen Erasmus-Aufenthalts in Österreich nehme ich mir immer wieder Zeit, genau hier stehen zu bleiben. Es ist kein Ort, der sich aufdrängt, sondern einer, der sich erst zeigt, wenn man bereit ist zu schauen. 
von Alexandra Abredat 28. März 2026
Die Reise beginnt lange, bevor ein Motor anspringt. Sie beginnt in einem diffusen Zwischenraum aus Idee und Zweifel, irgendwo im Sommer 2025, als der Gedanke an Erasmus+ zum ersten Mal nicht mehr nur abstrakt blieb, sondern sich langsam verdichtete. Europa, Austausch, Entwicklung – große Worte, die in der Praxis plötzlich ganz konkret werden. Formulare, Abstimmungen, E-Mails, Fristen. Vieles davon war überraschend klar strukturiert und mit etwas Geduld gut zu bewältigen. Die eigentliche Herausforderung lag jedoch nicht im Organisatorischen, sondern im Inneren. In diesem leisen Unbehagen, das sich meldet, wenn man nicht genau weiß, worauf man sich einlässt und das sich auch nicht sofort legt. Sensoleo in Österreich war zu diesem Zeitpunkt noch mehr Vorstellung als Realität. Ich wusste, dass dort destilliert wird, dass mit Pflanzen gearbeitet wird, dass Qualität und Regionalität eine Rolle spielen. Aber wie sich das anfühlen würde, wie es riecht, klingt, sich im Körper anfühlt – das wusste ich nicht. Und genau darin lag eine eigentümliche Spannung: nicht vorbereitet im klassischen Sinne zu sein, sondern offen. Die Fahrt Anfang März verläuft ruhig, fast unspektakulär. Passau bleibt ein kurzer Moment am Rand, ein Übergang, kein Ziel. Dahinter beginnt etwas anderes. Die Straßen werden kurviger, die Landschaft weiter und gleichzeitig stiller. Wälder, Felder, vereinzelte Höfe. Mein erster Halt liegt in Esternberg. Die Arbeit findet in Münzkirchen statt, ein paar Kilometer entfernt. Das Ankommen ist warm – so, wie es sich schon im Mail- und Telefonkontakt angedeutet hat. Kein vorsichtiges Herantasten, sondern sofortige Offenheit. Ich werde nicht nur begrüßt, ich werde aufgenommen. Meine Unterkunft ist großzügig, modern und ruhig. Kein Übergangsort, sondern ein Raum, der Stabilität gibt. Und genau das verändert den Blick auf alles, was folgt. Schneller, als es sich vorher angefühlt hat. 
von Alexandra Abredat 23. Januar 2026
Ein Wintermärchen mit Pfoten, Federn und Herz: Manchmal braucht eine Geschichte länger als geplant. Sie trödelt ein wenig, macht Umwege, setzt sich zwischendurch in den Schnee und schaut erst einmal. Genau so eine Geschichte ist Pfoten im Schnee . Und jetzt ist sie fertig. Endlich. Und ich freue mich sehr.
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