Löwenzahn – weiße Kugel wie ein Traum

Alexandra Wizemann

Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum officinale) aus der Gattung Löwenzahn (Taraxacum) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae) ist eine mehrjährige Pflanze, die – wenn sie nicht gerade als Unkraut bekämpft wird – als wertvolle Heilpflanze geschätzt und auch als gesundes Essen in der Küche verwendet wird. Als Wildpflanze ist Löwenzahn in den gemäßigten Zonen der gesamten nördlichen Erdhalbkugel verbreitet und wächst mit Vorliebe auf stickstoffreichen (Fett-) Wiesen, an Wegrändern und an Gräben. [1]


Vorkommen

Löwenzahn ist nicht gerade wählerisch, was seinen Standort betrifft. Am besten gedeiht er jedoch an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Ideal für Löwenzahn sind nährstoffreiche Ton- und Lehmböden, obwohl sich die Pflanze auch gefühlt in jedem Rasen ausbreitet und dort gut wächst. Er ist eine Zeigerpflanze für schwere, stickstoffreiche Böden. [2]


Vegetative Merkmale

Der Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 10 cm bis 30 cm erreicht und in allen Teilen einen weißen Milchsaft enthält. Seine bis zu 1 Meter (selten auch bis 2 Meter) lange, fleischige Pfahlwurzel ist außen dunkelbraun bis schwarz. Sie geht in eine kurze, stark gestauchte Sprossachse über, auf der die Blätter dicht in einer grundständigen Rosette stehen. Nach einer Verletzung des Vegetationspunktes regeneriert sich die Pflanze aus der Wurzel und bildet dann meist mehrere Blattrosetten. Die 10 bis 30 cm langen Blätter sind eiförmig bis eilanzettlich, unregelmäßig stark gelappt und tief eingeschnitten und gezahnt. Einschnitte und Zähne sind von der Basis bis zu etwa zwei Drittel der Länge stark, weiter zur Blattspitze häufig geringer ausgeprägt. Da einige Merkmale sehr plastisch sind, können sich die einzelnen Pflanzen stark den jeweiligen Standorten anpassen. So produzieren Pflanzen an ungestörten Standorten lange, schräg aufrecht gehaltene Blätter und bis zu 50 cm lange, aufrechte Blütenstandstiele. Pflanzen auf begangenen Wegen oder häufig gemähten Wiesen haben dagegen viel kürzere, dicht dem Boden aufliegende Blätter und niederliegende, manchmal nur wenige Millimeter lange Blütenstandstiele. [3]


Generative Merkmale

Den Blattachseln entspringen meist mehrere, bis zu 60 cm lange Blütenstandsstiele. Jeder ist eine blattlose, außen schwach befilzte, hohle Röhre. An ihrem oberen Ende stehen dicht spiralig verteilt 30 bis 40 abstehende Hochblätter, die bald austrocknen. Darüber bildet ein Wirtel aus Hüllblättern einen anfangs geschlossenen Schutz um die Blütenstandsknospe. Die Hüllblätter öffnen und schließen sich schützend mit dem Blütenstand und bleiben bis zur Fruchtreife grün. Der Blütenstand ist eine Scheinblüte, in dem viele gelbe Zungenblüten zu einem tellerförmigen Körbchen von etwa drei bis fünf Zentimeter Durchmesser zusammengefasst sind. In ihm öffnen sich die Einzelblüten ringförmig von außen nach innen. In der mehrere Tage währenden Blütezeit schließt sich der Blütenstand jeweils bei Nacht, Regen oder Trockenheit und schließlich beim Verblühen. Nach mehreren Tagen öffnen sich die Hüllblätter letztmals bei Fruchtreife und entlassen zuerst die eingetrockneten und abgestoßenen Blütenhüllen der Zungenblüten. Die Früchte, schlank tonnenförmige, mit haarigen Flugschirmen (Pappus) ausgestattete Achänen, werden durch den Wind ausgebreitet (Schirmflieger). Im Volksmund trägt die Pflanze daher auch den Namen Pusteblume. In Mitteleuropa ist die Hauptblütezeit von April bis Mai. In deutlich geringerer Anzahl erscheinen Blüten auch noch bis in den Herbst. [4]

  

Bestäubung

Die Bestäubung erfolgt durch Bienen und Hummeln, aber auch durch Schwebfliegen.


Einige morphologisch ähnliche Arten

Der Gewöhnliche Löwenzahn ist sehr leicht mit Pflanzen anderer Sektionen der Gattung Taraxacum zu verwechseln, da diese sehr ähnlich aussehen und manchmal nur durch die Form der Samen unterschieden werden können. Auch die ebenfalls Löwenzahn genannten Arten aus der Gattung Leontodon sowie das Gewöhnliche Ferkelkraut sind sehr ähnlich. Die Blütenstandsstiele dieser Pflanzen sind jedoch nicht hohl. Im Gegensatz zur Gattung Taraxacum, bei der die mit haarigen Flugschirmen ausgestatteten Achänen Schirmflieger sind, sind die Achänen bei der Gattung Leontodon nicht geschnäbelt, das heißt, der Pappus sitzt nicht auf einem Stiel. Die gelblich-weißen bis hellbraunen Borstenhaare des Pappus sind mit kleinen Härchen besetzt (gefiedert); sie stehen in ein bis zwei Reihen. Die Borstenhaare des äußeren Kranzes können zu Borstenschuppen reduziert sein. [5]

Verwendung

Ältere Menschen kennen Löwenzahn als Unkraut und Arme-Leute-Essen in Notzeiten. Jüngere Menschen kennen Löwenzahn aus dem Restaurant, z. B. als Löwenzahnsalat. Unabhängig von Nöten und Moden ist gewöhnlicher Löwenzahn eine seit Jahrhunderten bekannte Heilpflanze. [6] 

Die gelben Blüten eignen sich zur Herstellung eines wohlschmeckenden, honigähnlichen Sirups oder Gelees (französisch cramaillotte, mit Orange, Zitrone und Zucker) als Brotaufstrich. Die jungen, nur leicht bitter schmeckenden Blätter können als Salat verarbeitet werden (Österreich: „Röhrlsalat“). Die Wurzel kann ebenfalls als Salat verarbeitet oder gekocht werden. Aus der getrockneten und gerösteten Wurzel der Löwenzahn Pflanze wurde in den Nachkriegsjahren ein Ersatzkaffee hergestellt (Zichorienwurzelersatz).


Cramaillotte – Löwenzahngelee

#250 Gramm Löwenzahn Blütenblätter

# 4 Zitronen

# 1 Orange

#  ½ Liter Wasser

# 1 kg Gelierzucker

Zubereitung

# Die Löwenzahn Blütenblätter von den grünen Teilen trennen. 
Es werden nur die gelben Teile verwendet!

# Die Zitronen heiß überbrühen, achteln und zu den Blütenblättern geben

# Die Orange grob schälen und ebenfalls achteln und zur Masse geben

# Das Wasser zugeben und eine Stunde auf kleiner Flamme köcheln lassen

# Die Masse zwei Mal filtern

# Den Gelierzucker nach Anweisung untermischen und 5 Minuten aufkochen

# Heiß in Gläser füllen und sofort verschließen

Dieses schöne, goldgelbe Gelee eignet sich wunderbar für Süßspeisen. Die einfachste Variante ist 1/3 Gelee und 2/3 Quark. Mit etwas Mineralwasser verquirlen. [7]


Löwenzahn Likör

# 100 Gramm Löwenzahn Blütenblätter

# 1 Zitrone

# 1 Liter Wasser

# 150 Gramm weißer Kandis

# 700 ml Doppelkorn oder Wodka

Zubereitung

# Die Löwenzahn Blütenblätter von den grünen Teilen trennen. 
Es werden nur die gelben Teile verwendet!

# Die Blüten mit dem Wasser und dem Kandis mischen und 24 Stunden stehen lassen

# Die Zitronen heiß überbrühen, Schale abschälen und den Saft auspressen und zum Löwenzahn geben

# Den Doppelkorn ebenfalls zum Gemisch geben

# Den Behälter verschließen und 6 Wochen an einem hellen Ort stehen lassen

# Die Masse filtern, in Flaschen abfüllen und weitere 2 Wochen stehen lassen

Ein köstlicher Likör mit feinem Blumenaroma. [8] Den Löwenzahn Likör an einem dunklen, kühlen Ort lagern.


Heilpflanze

Löwenzahn wird in der Regel als ganze Pflanze verwendet. Die Wirkstoffe stecken in Blüten, Blättern, Stängel und Wurzel. Eine wesentliche Rolle spielen die vielfältigen Bitterstoffe. Dabei stehen die Sesquiterpene an erster Stelle. Sie sollen einen gewissen schützenden Effekt auf die Leber haben. Weitere Bitterstoffe sind Tetrahydroiridentin B und Ainsliosid. Bitterstoffe fördern die Ausschüttung (Sekretion) von Verdauungssäften. Das verbessert die Verdauung – und steigert den Appetit. Für die harntreibende Wirkung von Löwenzahn machen Forscher den hohen Kaliumgehalt verantwortlich. Wegen dieses Effektes ist Löwenzahn in einigen Tee-Mischungen gegen Blasenleiden und Harnwegsinfekte enthalten. In der Homöopathie wird Löwenzahn bei Verdauungsbeschwerden und Lebererkrankungen eingesetzt.

In der Regel kommt es zu bei der Verwendung von Löwenzahnzubereitungen zu keinen Nebenwirkungen. Mitunter können die Bitterstoffe des Löwenzahns aber zu einer Übersäuerung des Magens und dementsprechenden Beschwerden wie beispielsweise Sodbrennen führen. Länger anhaltender Kontakt mit der Wolfsmilch aus dem Stängel der Pflanze kann allergische Reaktionen provozieren. Für verarbeitete Löwenzahn-Präparate sind solche Nebenwirkungen nicht bekannt.

Bei einem Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenentzündung und Gallensteinleiden darf Löwenzahn nicht angewendet werden. Der Grund: Die Bitterstoffe regen den Gallenfluss an – und das ist bei den genannten Beschwerden nicht gewünscht. Zudem sollte Löwenzahn nicht bei Leberschäden, Geschwüren des Magens und Zwölffingerdarms, Darmverschluss oder Wassereinlagerungen im Gewebe infolge einer Nieren- oder Herzleistungsschwäche eingenommen werden. [9]
 

Löwenzahn Tee

# 2 TL getrocknete, zerkleinerte Löwenzahn Wurzeln mit Kraut

# Kochendes Wasser

Zubereitung

# Mit einer Tasse kochendem Wasser die Wurzeln übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen

# Die Blüten mit dem Wasser und dem Kandis mischen und 24 Stunden stehen lassen

# Absieben und nach Geschmack süßen


3 Tassen täglich über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen trinken. Die Haut 2-mal täglich für ein schönes Hautbild damit abtupfen. Löwenzahn Tee eignet sich zur Blutreinigung, zum Entwässern und zur Förderung der Verdauung. Äußerlich angewendet sorgt es für ein schönes Hautbild, denn er bringt trockener, strapazierter Haut Elastizität zurück. [10]


Löwenzahn Tinktur

# 100 Gramm getrocknete, zerkleinerte Löwenzahn Wurzeln

# ½ Liter Alkohol 70%

Zubereitung

# Die zerkleinerten Pflanzenteile in einem Gefäß vollständig mit Alkohol bedecken und verschließen

# 10 Tage kühl und dunkel ziehen lassen

# In braune Tropffläschchen abfiltern


3-mal täglich 10 bis 15 Tropfen, 30 Minuten vor dem Essen, nehmen. Löwenzahn Tinktur eignet sich zur Blutreinigung und zur Förderung der Verdauung. [11]


Weiteres – Naturkautschuk und Banknoten

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Löwenzahn in Russland und im Deutschen Reich (hier unter dem Projekt Kok-Saghys) als Kautschukersatz verwendet. Unter anderem wurde 1942 im KZ Auschwitz eine Forschungsstation für Pflanzenkautschuk eingerichtet, in der 150 bis 250 Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Aufbauend auf den Forschungsleistungen wird Löwenzahn seit einigen Jahren wieder als potenzielle Rohstoffpflanze für Kautschuk betrachtet und in Europa und Nordamerika erforscht. Ziel der Forschungen ist es, aus dem Russischen Löwenzahn (Taraxacum kok-saghyz) verwertbaren Löwenzahnkautschuk als Alternative zum heute gebräuchlichen Naturkautschuk aus dem Milchsaft des Kautschukbaums (Hevea brasiliensis) und synthetischen Kautschuk zu gewinnen. [12] Es gibt einen entscheidenden Vorteil, wenn Gummi aus der Wiesenpflanze hergestellt wird: Latexallergiker vertragen ihn ohne Probleme. Das ist ein Nischenmarkt zum Beispiel bei Kondomen, Handschuhen und Kathetern. Bislang wird Naturkautschuk ausschließlich aus dem südamerikanischen Gummibaum Hevea brasiliensis gewonnen. Allenfalls ein Zehntel des deutschen Gummibedarfs lässt sich durch die Blume decken. Dazu müssten etwa zehntausend Hektar bestellt werden, was sich gut auf sogenannten Marginalflächen bewerkstelligen ließe. Auf deren schlechten Böden können sowieso keine anderen Nutzpflanzen angebaut werden; und da es in Deutschland rund eine Million Hektar an Marginalflächen gibt, ist für den Löwenzahn genug Platz, ohne dass er mit Nahrungspflanzen um Ackerland konkurrieren müsste. [13]

Auf der Rückseite der 500-DM-Banknote war ab 1992 ein Löwenzahn aus einem Buch von Maria Sybilla Merian (1647-1717) von 1679 abgebildet, auf dem eine Raupe und ein Falter des Grauen Streckfußes sitzen.

Auf der von Manuela Pfrunder entworfenen 50-Franken-Note der neunten Serie (2016) ist auf der Vorderseite eine von einer Hand gehaltene Löwenzahnblüte abgebildet. [14]


Blumensprache

Löwenzahn von Josef Weinheber (1892-1945) [15]

Keine Vase will dich. 
Keine Liebe wird durch dich erhellt.
Aber deines Samens reine
weiße Kugel träumt wie eine
Wolke, wie der Keim der Welt.

Lächle! Fühl dich gut gedeutet!
Blüh! So wird aus Schweigen Huld.
Bittre Milch und Flaum, der gleitet:
O nicht Haß – den Himmel weitet
Weisheit. Stillesein. Geduld.

Wärst du auf der Höh geboren,
ferne, selten, früh empor:
teilnahmslosem Gang der Horen
blühtest ruhmvoll, unverloren,
groß, dein Wunder vor.


Quellen:

[1] www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/loewenzahn/loewenzahn

[2] www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/loewenzahn/loewenzahn

[3] de.wikipedia.org/wiki/Gewöhnlicher_Löwenzahn

[4] de.wikipedia.org/wiki/Gewöhnlicher_Löwenzahn

[5] de.wikipedia.org/wiki/Gewöhnlicher_Löwenzahn

[6] www.meine-gesundheit.de/medizin/heilpflanzen/loewenzahn

[7] www.chefkoch.de/rezepte/1060171211294986/Loewenzahngelee

[8] www.diamant-zucker.de/rezept/1822/loewenzahn-likoer

[9] www.meine-gesundheit.de/medizin/heilpflanzen/loewenzahn

[10] Zeitschrift Fasten & Entschlacken von Landidee Winter 2020 / 2021, Funke Livestyle GmbH, ISBN 4 190547 405959

[11] Zeitschrift Fasten & Entschlacken von Landidee Winter 2020 / 2021, Funke Livestyle GmbH, ISBN 4 190547 405959

[12] de.wikipedia.org/wiki/Gewöhnlicher_Löwenzahn

[13] www.faz.net/aktuell/wissen/natur/gummi-aus-loewenzahn-von-der-kriegsforschung-zur-neuen-biotechnologie-1548622

[14] de.wikipedia.org/wiki/Gewöhnlicher_Löwenzahn

[15] Die Sprache der Wildblumen von Sheila Pickles, Ars Edition, Seite 28, ISBN 3-7607-1199-5

von Alexandra Abredat 6. April 2026
Ostermontag ist wie ein Sonntag, der so tut, als wäre nichts Besonderes – und genau darin ist er erstaunlich gut. Man steht auf, der Tag wirkt harmlos, fast beiläufig. Kein großes Programm, kein gesellschaftlicher Druck. Und gerade deshalb passiert etwas, das an lauteren Tagen oft untergeht: Gedanken bekommen Raum. Ostermontag gehört liturgisch zu den höchsten Festtagen der Osteroktav, kein Nachklang, sondern ein zweiter Blick auf das, was vorher kaum zu fassen war. Im Evangelium gehen zwei Jünger nach Emmaus. Nicht zielstrebig, nicht hoffnungsvoll. Eher weg von dem, was sie nicht verstehen. Ein Fremder schließt sich ihnen an, hört zu, stellt Fragen, erklärt. Sie erkennen ihn nicht. Erst beim Brotbrechen begreifen sie, wen sie die ganze Zeit begleitet hat. Und in genau diesem Moment ist er verschwunden. Erkenntnis hat selten einen dramatischen Auftritt. Sie kommt leise und oft erst dann, wenn man nicht mehr damit rechnet. Vielleicht ist genau deshalb der Emmausgang geblieben. Kein Pflichttermin, sondern ein Weg, auf dem sich Gedanken sortieren dürfen. Mein eigener Weg begann zwei Tage vorher – zwischen Holzoberflächen, die so präzise gearbeitet sind, dass man unwillkürlich langsamer wird, und Räumen, die zeigen, wie durchdacht Wohnen sein kann. Der Besuch bei TEAM 7 in Ried war beeindruckend. Möbel, die nicht nur gut aussehen, sondern aus einem klaren Anspruch heraus entstehen: nachhaltige Materialien, ehrliches Handwerk, technische Lösungen, die nicht protzen, sondern funktionieren. Auch das Gebäude folgt dieser Haltung. Reduziert auf das Wesentliche, ressourcenschonend gedacht, ohne überflüssige Technik. Kein Showeffekt, sondern Konsequenz. Man spürt dort sehr deutlich, dass hochwertiges Design und echte Nachhaltigkeit sich nicht ausschließen, sondern gegenseitig tragen. Und ja, diese Möbel sind ihren Preis wert. Nur ist dieser Preis für mich nicht erreichbar. Der Gedanke kam nüchtern. Kein Neid, kein Ärger, eher ein inneres Abhaken: beeindruckend, absolut stimmig – und außerhalb meiner Reichweite. Und dann stand sie plötzlich im Raum, diese leise, unangenehme Frage: Habe ich in meinem Leben etwas falsch gemacht, oder vergleiche ich einfach nur falsch? 
von Alexandra Abredat 4. April 2026
Es beginnt nicht mit Glocken. Nicht mit Schokolade. Nicht einmal mit dem Osterhasen, der sich seit Jahren erfolgreich jeder ernsthaften Befragung entzieht. Es beginnt viel früher. Irgendwo zwischen einem zaghaften Sonnenstrahl und dem ersten Vogel, der morgens plötzlich wieder klingt, als hätte er einen Plan. Ostern liegt genau in diesem Moment. Offiziell ist es das höchste Fest des Christentums. Gefeiert wird die Auferstehung Jesu Christi am dritten Tag nach seinem Tod am Kreuz. Ein Thema, das zunächst nach schwerem Stoff klingt und dann doch erstaunlich nah wird. Im Kern geht es um etwas sehr Menschliches: Dass nach dunklen Zeiten wieder etwas aufbrechen kann. Dass Entwicklung möglich ist, auch wenn sie sich zwischendurch überhaupt nicht so anfühlt. Der Termin dieses Festes wirkt dabei fast wie ein poetischer Kompromiss zwischen Himmel und Erde. Ostern findet am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond statt. Frühestens am 22. März, spätestens am 25. April. Kein starres Datum, sondern ein beweglicher Moment. Als würde man sagen: Dieses Fest braucht die richtige Stimmung, nicht nur den richtigen Tag. Mit der Nacht zum Ostersonntag beginnt die österliche Freudenzeit, die sich bis Pfingsten zieht. Freude wird hier nicht als kurzer Höhepunkt verstanden, sondern als etwas, das sich entfalten darf. Auch das wirkt erstaunlich lebensnah. In der Osternacht wird es zunächst dunkel. Bewusst. Dann wird ein Feuer entzündet. Kein symbolisches Flämmchen, sondern ein echtes, lebendiges Feuer. Daran wird die Osterkerze entzündet, und dieses Licht wird weitergegeben. Von Mensch zu Mensch. Ohne große Worte. Es funktioniert trotzdem. Parallel dazu läuft die zweite, sehr erfolgreiche Version von Ostern. Eier werden versteckt. Kinder suchen. Erwachsene tun so, als ginge sie das nichts an, und freuen sich dann doch über das letzte Stück Schokolade. Der Osterhase bleibt dabei ein Phänomen, das man besser nicht zu genau hinterfragt. Das Ei selbst ist allerdings alles andere als Zufall. Es ist eines der ältesten Symbole überhaupt. Geschlossen, unscheinbar, und gleichzeitig voller Leben. Wenn man lange genug darüber nachdenkt, wird es fast ein bisschen philosophisch. Wenn man hungrig ist, bleibt es einfach ein Ei. Was oft übersehen wird: Ostern steht nicht für sich allein. Es ist eng mit einem anderen, viel älteren Fest verbunden – dem Pessachfest im Judentum, auch Passa, Passach, Passah oder Pascha genannt. Dieses Fest erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten. An die Befreiung aus der Sklaverei. An den Moment, in dem aus Abhängigkeit plötzlich Freiheit wird. Pessach wird im Frühling gefeiert, im Monat Nisan, und dauert mehrere Tage. Es beginnt mit dem Sederabend, einem bewusst gestalteten Familienfest. Dort wird die Geschichte des Auszugs erzählt, gegessen, gefragt und erklärt. Besonders schön ist, dass die jüngste Person am Tisch Fragen stellt. Nicht aus Höflichkeit, sondern weil Fragen ausdrücklich dazugehören. Diese Erzählung wird nicht nur erinnert, sondern immer wieder neu erlebt. Jeder soll sich fühlen, als wäre er selbst Teil dieser Geschichte gewesen. Nicht Zuschauer, sondern Beteiligter. Das ist keine kleine Idee. Das ist Identität. Auch die Speisen tragen Bedeutung. Ungesäuertes Brot, sogenannte Matzen, erinnert daran, dass beim Aufbruch keine Zeit blieb, Teig gehen zu lassen. Bitterkräuter stehen für die Härte der Sklaverei. Nichts daran ist zufällig. Alles erzählt. Und genau hier berühren sich Pessach und Ostern. Denn die Ereignisse rund um Jesus fanden während einer Pessachwoche statt. Das letzte Abendmahl wird in den Evangelien als Pessachmahl beschrieben. Die Vorstellung vom „Lamm Gottes“ greift das Pessachlamm auf, das ursprünglich als Zeichen des Schutzes und der Rettung galt. Selbst zentrale Elemente der christlichen Tradition – gemeinsames Mahl, Segensbecher, Deutung von Speisen – haben ihre Wurzeln im jüdischen Seder. Man könnte sagen: Ohne Pessach kein Ostern. Beide Feste erzählen auf ihre Weise von Befreiung. Im Judentum ganz konkret aus der Sklaverei in Ägypten, im Christentum in einer übertragenen, spirituellen Form als Hoffnung auf neues Leben. Unterschiedliche Perspektiven, aber eine gemeinsame Grundbewegung. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Stärke dieses Festes. Es verbindet Zeiten, Geschichten und Erfahrungen miteinander. Es erinnert daran, dass Aufbruch selten laut beginnt und dass Hoffnung oft leise wächst. Manchmal genügt es, diesen Moment wahrzunehmen. Der Rest geschieht ohnehin. Quellen: Ostern – Wikipedia Pessach – Wikipedia
von Alexandra Abredat 4. April 2026
Fast jeder hat schon einmal selbstbewusst auf eine Tanne gezeigt – und dabei ziemlich sicher eine Fichte gemeint. Ein Klassiker. Passiert häufiger, als man zugeben möchte. Die echte Weißtanne, Abies alba, bleibt dabei meist im Hintergrund. Völlig zu Unrecht. Sie gehört zu den eindrucksvollsten und zugleich sensibelsten Baumarten Europas – nur eben nicht zu denen, die sich aufdrängen. Ihre Stärke liegt im Leisen. Sie zeigt sich Schicht für Schicht, und nur denjenigen, die bereit sind, ein zweites Mal hinzusehen. Die Weißtanne gehört zur Gattung der Tannen innerhalb der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Ihr Name verweist auf eines ihrer markantesten Merkmale: die helle, oft silbrig-graue Borke. Diese bleibt bei jungen Bäumen lange glatt und wirkt beinahe weich, bevor sie im Alter aufreißt und eine schuppige Struktur entwickelt. In der Rinde finden sich kleine Harzblasen, die nicht nur botanisch interessant sind, sondern auch eine lange Geschichte in der Volksmedizin tragen. Ein unmittelbares Erkennungsmerkmal zeigt sich in den Nadeln. Sie sind flach, weich und stumpf. Eine Berührung ist möglich, ohne Zurückweichen. Die Unterseite trägt zwei deutlich sichtbare, helle Streifen. Diese entstehen durch Reihen von Spaltöffnungen und verleihen der Nadel einen silbrigen Schimmer. Die Nadeln sitzen scheinbar direkt am Zweig, fast so, als wären sie angesetzt oder angesaugt. Dieses Detail wirkt unscheinbar, prägt jedoch den gesamten Charakter des Baumes. Die Weißtanne ist eine ausgesprochene Schattenbaumart. Ihre Keimlinge und Jungpflanzen können über viele Jahre im Halbdunkel des Waldes bestehen. In dieser Phase wächst sie langsam, beinahe zurückhaltend, während sie gleichzeitig ihre innere Struktur festigt. Sobald sich eine Lichtlücke öffnet, reagiert sie mit bemerkenswerter Dynamik. Wachstum entsteht dann nicht hastig, sondern kraftvoll und ausdauernd. Unter günstigen Bedingungen erreicht die Weißtanne Höhen von 30 bis 50 Metern, in Ausnahmefällen sogar darüber hinaus. Ihr Lebensalter kann mehrere Jahrhunderte umfassen. Während dieser langen Zeit verändert sich ihre Gestalt. Junge Bäume zeigen eine klassische, spitze Krone. Mit zunehmendem Alter verliert der Gipfeltrieb an Dominanz, während die Seitenäste weiterwachsen. Es entsteht die sogenannte Storchennestkrone, ein Bild von Reife und Anpassung. Von besonderer Bedeutung ist ihr Wurzelsystem. Die Weißtanne entwickelt eine ausgeprägte Pfahlwurzel, die tief in den Boden reicht. Ergänzt wird sie durch weitreichende Seitenwurzeln, die den Boden zusätzlich erschließen. Diese Kombination verleiht ihr eine außergewöhnliche Standfestigkeit. Gleichzeitig trägt sie zur Stabilisierung des Bodens und zur Verbesserung des Wasserhaushalts im Wald bei. Ihre Wurzeln verbinden sich häufig mit denen benachbarter Bäume und bilden ein unterirdisches Netzwerk, das Austausch und Unterstützung ermöglicht. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über große Teile Europas, vor allem entlang der Gebirgsräume von den Pyrenäen bis zum Balkan. In Österreich findet man sie vor allem in den Alpen sowie in den höheren Lagen des Wald- und Mühlviertels. Sie bevorzugt luftfeuchte Standorte mit ausreichender Wasserversorgung, zeigt jedoch eine gewisse Toleranz gegenüber unterschiedlichen Böden. Eine konstante Wasserversorgung ist für ihr Wachstum wichtiger als hohe Nährstoffverfügbarkeit. Die Weißtanne ist eng in das ökologische Gefüge des Waldes eingebunden. Sie lebt in enger Verbindung mit Pilzen, mit denen sie sogenannte Mykorrhiza-Partnerschaften eingeht. Diese Symbiosen ermöglichen einen verbesserten Austausch von Nährstoffen und Wasser. Gleichzeitig bietet sie Lebensraum für zahlreiche Tierarten, von Insekten bis zu Vögeln. Trotz dieser Bedeutung ist ihr Bestand in den letzten Jahrhunderten deutlich zurückgegangen. Forstwirtschaftliche Entscheidungen, insbesondere die Bevorzugung der Fichte, haben dazu geführt, dass die Weißtanne vielerorts verdrängt wurde. Kahlschläge, Übernutzung und eine veränderte Waldstruktur erschwerten ihre natürliche Verjüngung. Hinzu kommt ein starker Verbiss durch Wildtiere, der junge Pflanzen besonders betrifft. Auch Umweltbelastungen haben ihre Spuren hinterlassen. Die Weißtanne reagiert empfindlich auf Luftschadstoffe, insbesondere auf Schwefeldioxid. In Zeiten hoher Emissionen kam es zu erheblichen Schäden in den Beständen. Erst mit der Verbesserung der Luftqualität konnte sich die Situation teilweise stabilisieren.

3. April 2026
Wenn aus Pflanzen Essenz wird – und aus Gedanken Klarheit Während meines Erasmus-Aufenthalts in Österreich und meiner Arbeit bei Sensoleo im Bereich Destillation und ätherische Öle hat sich nach und nach eine Verbindung gezeigt, die meine Arbeit prägt: die Verbindung von Naturcoaching und der Destillation ätherischer Öle. die Verbindung von Naturcoaching und der Destillation ätherischer Öle. Auf den ersten Blick wirken diese beiden Bereiche unterschiedlich. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, wie nah sie sich sind. Beides sind Prozesse. Beides braucht Zeit, Aufmerksamkeit und einen klaren Rahmen. Beides entzieht sich jeder Beschleunigung. Im Naturcoaching geht es darum, in Kontakt zu kommen – mit sich selbst, mit einem Thema, mit dem, was gerade da ist. Die Natur ist dabei kein Hintergrund, sondern Gegenüber. Sie bringt Ruhe, weitet den Blick und ermöglicht eine Klarheit, die sich in geschlossenen Räumen oft nicht einstellt. Auch die Destillation folgt diesem Prinzip. Der Prozess beginnt nicht erst mit dem ersten Tropfen.
von Alexandra Abredat 3. April 2026
Es ist ein eigenartiger Moment, wenn ein Tag, der sich jahrelang „anders“ angefühlt hat, plötzlich ganz gewöhnlich wird. In Österreich ist der Karfreitag kein gesetzlicher Feiertag mehr. Die Welt läuft weiter, Termine bleiben bestehen, Supermärkte sind geöffnet. Und ich merke: Gerade dadurch wird dieser Tag spürbar. In Deutschland kenne ich ihn als stillen Einschnitt. Ein Tag, der sich fast von selbst entschleunigt. Weniger Lärm, weniger Bewegung, oft auch weniger Ablenkung. Es gibt Regeln, ja – Tanzverbot, eingeschränkte Veranstaltungen – aber dahinter liegt etwas Tieferes: eine kollektive Übereinkunft, dass dieser Tag nicht laut sein soll. In Österreich ist das anders. Hier ist der Karfreitag heute ein „persönlicher Feiertag“. Wer möchte, kann ihn sich frei nehmen – aus dem eigenen Urlaub. Wer arbeitet, arbeitet. Der Tag gehört nicht mehr allen, sondern jedem Einzelnen. Und genau da beginnt für mich die eigentliche Frage: Was passiert mit einem stillen Tag, wenn er nicht mehr geschützt ist?  Der Karfreitag ist kein freundlicher Feiertag. Sein Name kommt vom althochdeutschen „kara“ – Klage, Trauer, Schmerz. Es ist ein Tag, der nicht tröstet, sondern zuerst einmal konfrontiert. Im christlichen Verständnis wird an diesem Tag des Leidens und Sterbens Jesu gedacht. Die Kreuzigung – ein brutales, endgültiges Geschehen.
von Alexandra Abredat 30. März 2026
Der Name Sauwald steht am Anfang dieser Landschaft wie ein leiser Stolperstein. Er klingt schlicht, beinahe grob, als würde er nicht recht zu dem passen, was sich dahinter verbirgt. Schnell ist die volkstümliche Erklärung zur Hand: Wildschweine, die einst durch diese Wälder zogen. Doch der Blick zurück öffnet eine andere Spur. Wahrscheinlicher verweist der Name auf den „Passauer Wald“, auf die enge historische Verbindung zur Stadt Passau und ihrem Bistum. In diesem scheinbar einfachen Wort liegt also bereits eine Schichtung aus Geschichte, Deutung und Erinnerung. Landschaft beginnt hier nicht erst mit dem, was sichtbar ist, sondern mit dem, was benannt wurde.  Im Rahmen meines achtwöchigen Erasmus-Aufenthalts in Österreich entsteht eine besondere Form von Aufmerksamkeit für solche Orte. Der Alltag ist geprägt von körperlicher Arbeit, von Anstrengung, die sich unmittelbar im Körper abbildet. Muskeln, die sich melden, Bewegungen, die bewusster werden, ein Rhythmus, der sich langsam verschiebt. Gerade in dieser körperlichen Erfahrung öffnet sich ein Raum für Wahrnehmung. Der Sauwald tritt darin nicht als spektakuläres Ziel hervor, sondern als etwas, das sich schrittweise erschließt. Eine Landschaft, die nicht überwältigt, sondern begleitet. Geologisch betrachtet gehört der Sauwald zur Böhmischen Masse, einem der ältesten Grundgebirge Europas. Diese uralte Struktur prägt bis heute das Erscheinungsbild. Südlich der Donau erhebt sich das Gebiet als plateauartige Formation und zieht sich über etwa vierzig Kilometer von Passau und Schärding am Inn bis in den Raum Aschach und Eferding. Die Breite variiert zwischen zehn und zwanzig Kilometern, doch diese Zahlen erfassen nur unzureichend, was sich tatsächlich zeigt. Entscheidend ist die Form. Nach Norden hin fällt das Gelände steil zur Donau ab. Die sogenannten Donauleiten markieren diesen Übergang eindrucksvoll. In die anderen Richtungen hingegen verliert sich die Höhe sanfter im Alpenvorland. Diese klare Abgrenzung verleiht dem Sauwald eine Eigenständigkeit, die sich auch ohne Kartenlesen erschließt.
von Alexandra Abredat 29. März 2026
Es beginnt nicht mit Fliesen. Es beginnt mit einer Wahrheit, die man nicht mehr wegerklären kann: Mein Badezimmer war einmal ein Schweinestall. Nicht im übertragenen Sinn. Kein charmantes „ein bisschen in die Jahre gekommen“. Sondern ganz konkret. Mit allem, was dazugehört. Geschichte, Geruch – und einer sehr klaren Vorstellung davon, wofür dieser Raum ursprünglich gedacht war. Spoiler: Wellness gehörte nicht dazu.
von Alexandra Abredat 28. März 2026
Der Morgen liegt noch kühl über dem Inn, als hätte die Nacht ihre Finger nicht ganz von der Landschaft gelöst. Nebel zieht in feinen Schleiern über das Wasser, bleibt hängen an Schilfkanten, an Weidenzweigen, an den stillen Buchten der Altwässer. Während meines achtwöchigen Erasmus-Aufenthalts in Österreich nehme ich mir immer wieder Zeit, genau hier stehen zu bleiben. Es ist kein Ort, der sich aufdrängt, sondern einer, der sich erst zeigt, wenn man bereit ist zu schauen. 
von Alexandra Abredat 28. März 2026
Die Reise beginnt lange, bevor ein Motor anspringt. Sie beginnt in einem diffusen Zwischenraum aus Idee und Zweifel, irgendwo im Sommer 2025, als der Gedanke an Erasmus+ zum ersten Mal nicht mehr nur abstrakt blieb, sondern sich langsam verdichtete. Europa, Austausch, Entwicklung – große Worte, die in der Praxis plötzlich ganz konkret werden. Formulare, Abstimmungen, E-Mails, Fristen. Vieles davon war überraschend klar strukturiert und mit etwas Geduld gut zu bewältigen. Die eigentliche Herausforderung lag jedoch nicht im Organisatorischen, sondern im Inneren. In diesem leisen Unbehagen, das sich meldet, wenn man nicht genau weiß, worauf man sich einlässt und das sich auch nicht sofort legt. Sensoleo in Österreich war zu diesem Zeitpunkt noch mehr Vorstellung als Realität. Ich wusste, dass dort destilliert wird, dass mit Pflanzen gearbeitet wird, dass Qualität und Regionalität eine Rolle spielen. Aber wie sich das anfühlen würde, wie es riecht, klingt, sich im Körper anfühlt – das wusste ich nicht. Und genau darin lag eine eigentümliche Spannung: nicht vorbereitet im klassischen Sinne zu sein, sondern offen. Die Fahrt Anfang März verläuft ruhig, fast unspektakulär. Passau bleibt ein kurzer Moment am Rand, ein Übergang, kein Ziel. Dahinter beginnt etwas anderes. Die Straßen werden kurviger, die Landschaft weiter und gleichzeitig stiller. Wälder, Felder, vereinzelte Höfe. Mein erster Halt liegt in Esternberg. Die Arbeit findet in Münzkirchen statt, ein paar Kilometer entfernt. Das Ankommen ist warm – so, wie es sich schon im Mail- und Telefonkontakt angedeutet hat. Kein vorsichtiges Herantasten, sondern sofortige Offenheit. Ich werde nicht nur begrüßt, ich werde aufgenommen. Meine Unterkunft ist großzügig, modern und ruhig. Kein Übergangsort, sondern ein Raum, der Stabilität gibt. Und genau das verändert den Blick auf alles, was folgt. Schneller, als es sich vorher angefühlt hat. 
von Alexandra Abredat 23. Januar 2026
Ein Wintermärchen mit Pfoten, Federn und Herz: Manchmal braucht eine Geschichte länger als geplant. Sie trödelt ein wenig, macht Umwege, setzt sich zwischendurch in den Schnee und schaut erst einmal. Genau so eine Geschichte ist Pfoten im Schnee . Und jetzt ist sie fertig. Endlich. Und ich freue mich sehr.
Mehr anzeigen